Medien-Kasper

Wer zieht die Strippen, wer mimt den Kasper? In Web 2.0, Print, TV, Mobiles & Werbung. Wunderbare Medien-Welt…

Google Mail sortiert Eltern zwischen Singles und Gays ein

Heute hatte ich einen sehr schöne Mail in meinem Postfach: Zwei liebe Freunde von mir sind Eltern geworden und schickten ein Foto von ihrer Tochter mit einem netten Text dazu. Als ich meinen Blick von dem Babyfoto losriss, fiel er auf die Anzeigen, die Google Mail dieser Nachricht automatisch zugeordnet hatte.

Erst musste ich laut lachen, dann kam ich ins Grübeln. Hier sind Sie:

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Je mehr, desto besser
Fotos checken und los.
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Ok, die Baufinanzierung hat einen Treffer gelandet, der Rest: Null Punkte! Oder erkennt Google etwa nur den Ort „Hamburg“? Also, wenn die Anzeigen-Zuordnung wirklich so mieserabel funktioniert, muss man sich 1. keine Sorgen über die Analyse von privaten Mail-Inhalten bei Google machen und 2. sind die Ausgaben für Werbung in E-Mail-Programmen fast komplett für die Tonne. Oder?

PS: Wer bei Amazon.de nach „Shoppen und Ficken“ sucht (ein beliebtes Bühnenstück), bekommt ebenfalls etwas ungewöhnliche Suchergebnisse präsentiert.

„Leider keine Treffer für „Shoppen und Ficken“ . Unten aufgeführt sind die Ergebnisse für „Backen“ …

AuctionAds: Mehr Geld mit eBay verdienen

Mit dem eBay-Partnerprogramm lässt sich bekanntlich Geld verdienen. Je nach Anzahl der „vermittelten“ Auktionen, Sofort-Käufe und Neukunden zahlt eBay einen bestimmten Betrag. Je mehr Action, umso mehr höher fällt die Provision aus. Dieses Prinzip macht sich AuctionAds zu Nutze: Tausende Nutzer binden statt eines eBay-Partnerprogrammcodes einen Codeschnippsel von AuctionAds ein und profitieren so von der höheren (höchsten?) Provisionsstufe. AuctionAds stammt übrigens von Shoemaker.com, einem (selbsternannten?) amerikanischen Internet-/SEO-Guru.

Laut Betreiber frißt die Anwendung einiges an Traffic:

750+ hits/sec at peak times (corrected)
58 gigs of Javascript per day
134 gigs of HTML per day
16 gigs of RAM cache
1.1 gigs of MySQL (yes, only)

Das ist ziemlich bemerkenswert, vor allem da es das Angebot erst seit März 2007 gibt. Hauptsache, der Knabe zahlt die Einnahmen auch tatsächlich wie versprochen immer am ersten des Monats aus – wovon aber auszugehen ist. Etwas kritischer sieht der Basic Thinking Blog Shoemakers Aktivitäten.

YouTube beteiligt Nutzer an Einnahmen

Mit Goolge konnten bislang vor allem Aktionäre und Webseiten-Betreiber (mit AdSense) reich werden oder zumindest gutes Geld verdienen. Jetzt sollen auch die Macher von eigenen Videos am Erfolg der selben beteiligt werden: Googles-Tochterfirma YouTube berichtet heute auf dem seiteneigenen Blog von Nutzer-Partnerschaften. Allerdings werden zunächst nur die bekanntesten und erfolgreichsten Video-Macher am generierten Umsatz beteiligt. Nach welchen Kriterien die Nutzer ausgewählt und welchem Schlüssel sie „entlohnt“ werden, ist allerdings noch nicht bekannt.

Wer das Glück hat zu den Ausgewählten zu gehören, kann jedes einzelne Video auswählen und mit einer entsprechenden Lizenz zum Geld verdienen versehen. Bleibt abzuwarten, wie viele Nutzer mit YouTube zum „Schotter“ gebracht werden…

Private Krankenversicherung lohnt sich nur für Schwule?

Das Thema Krankenversicherung stiftet bei den meisten Versicherten ziemliche Verwirrung. Doch nicht nur dort. Auch ein Mitarbeiter eines Callcenters einer gesetzlichen Krankenversicherung scheint zumindest nicht ganz auf der Höhe gewesen zu sein als er sich zu folgender Aussage hat hinreissen lassen:

„Sie wissen, dass die private Krankenversicherung nur für einen Personenkreis sinnvoll ist?“

„Ähm, nein. Erzählen Sie mal!“

„Na ja, nur Schwule sollten in die PKV wechseln. Denn die heiraten ja schließlich selten und müssen niemanden mitversichern und sie kriegen ja auch keine Kinder!“

Dass ist natürlich politisch höchst unkorrekt und sollte so nicht mal beim extrem harten Krankenkassen-Wettbewerb formuliert werden. Interessante Variante, einen Kunden am Kassenwechsel zu hindern, oder?

Ende der Tour de Doping nicht in Sicht

Spätestens nach dem Fuentes-Doping-Skandal kurz vor der Tour de France im vergangenen Jahr dachten die Radsport-Fans in aller Welt, dass es nicht schlimmer kommen könne und der große Doping-Sumpf endlich trockengelegt werden würde. Leider waren Radsportverbände, Teams, Fahrer und Veranstalter wieder einmal konsequent inkonsequent – es scheint sich nichts zu ändern, der Wille endlich mal richtig durchzugreifen fehlt bei allen Beteiligten. Schade.

Und jetzt verlieren wir Radsportfans auch noch die Helden unserer Jugend (na ja, ist zumindest für Menschen um die 30 richtig). Mit dem „Enthüllungsbuch“ des ehemaligen Team Telekom-Masseurs Jef D‘hont werden Bjarne Riis und Jan Ullrich, ja fast das gesamte Team Telekom, des dauerhaften, gut strukturierten Dopings beschuldigt. Wenigstens Erik Zabel scheint eine einigermaßen weiße Weste zu haben (Danke, Erik). D‘hont hat dem Treiben wohl Jahre lang nicht nur zugesehen, sondern das Zeug auch besorgt und den Fahrern verabreicht. Doch wie glaubwürdig ist jemand, der selbst wegen Dopings verurteilt wurde? Ich fürchte, dass da endlich jemand die Wahrheit öffentlich machen und sich sein schlechtes Gewissen von der Seele reden wollte. Fürchte? – Ja, wegen des Verlusts der Sportidole, dem Spaß an einer tollen, spannenden Sportart, etc. In den kommenden Monate und Jahren werden sich einige Gerichte mit diesem Thema beschäftigen und den Sachverhalt hoffentlich klären und für Verurteilungen und Freisprüche sorgen.

Vielleicht sind die Beteiligten endlich einmal Konsequent genug für grundlegende Änderungen: verschäfte Kontrollen, harte Strafen, gar den Verzicht unerlaubter Mittel? Die Realität wird uns wohl leider wieder enttäuschen, die Doping-Touren gehen munter weiter…

Weitere Informationen zum Buch von Jef D‘hont finden Sie bei den Kollegen des Spiegel unter http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,480042,00.html

Peinliche Panne bei der Telekom-Hauptversammlung

aus Welt Online:

„Und dann geschah auch noch das, was manche Kunden wohl als symptomatisch bezeichnen würden: Ausgerechnet auf der Hauptversammlung der Telekom fiel die DSL-Verbindung aus. Es handle sich um ein technisches Problem, erklärten die Techniker vor Ort und hatten reichlich Mühe, das System wieder zu Laufen zu bringen. Auf einer früheren Hauptversammlung waren bei der Telekom schon einmal die Telefonleitungen ausgefallen.“

Ohne Worte…

Medienkasper der Woche: Ursula von der Leyen

Lustiger Artikel von Günther Lachmann heute auf Welt Online: „Liebe Frau von der Leyen, so geht das nicht! Sie waren es schließlich, die die Zahl der Kindergartenplätze für unter Dreijährige auf 750.000 Plätze verdreifachen wollte. Und jetzt wollen Sie den Kommunen die gesamten Folgekosten überlassen? So war das nicht abgemacht.“

Das ist in etwa so, wie eine Lokalrunde schmeißen, sich dafür ausgiebig feiern und hochleben zu lassen, um sich dann zu verdrücken und einen Großteil der Rechnung fremden Leuten, die wenig Kohle haben, zu überlassen.

Klasse, für diese Art von „Kostendämpfung by Kommunen“ geht der Medienkasper der Woche an:

Ursula von der Leyen. Herzlichen Glückwunsch!

So schön ist das Web zwo-null

„Sag mal, stimmen die Fakten in Deinem Artikel?“

„Klar, ich habe Sie gerade bei Wikipedia geändert.“

(Dialog zweier Redakteure)