Seit heute also gibt es das „eBay-Magazin“ am Zeitungskiosk zu kaufen. 2,50 Euro muss der geneigte Leser berappen und bekommt dafür 140 Seiten, die sich unter anderem mit den Themen „Sicher einkaufen“, „Richtig anpreisen“ und einigen praktischen Tipps mehr zum Handeln bei eBay beschäftigen. Der Untertitel dieses neuen Gruner + Jahr-Magazin lautet übrigens „Die unabhängige Zeitschrift für die eBay-Community“.
Tja und genau an dieser Stelle könnte es einen etwas schalen Eindruck geben. Der durch das Editorial noch verstärkt wird, denn da heißt es:
Weil wir nicht zu eBay gehören, sondern eine unabhängige Redation in Europas größtem Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr sind, schreiben wir offen und unvoreingenommen über den aufregendsten Marktplatz der Welt.
Mhm. Offen und unvoreingenommen – und dann eBay den aufregendsten Marktplatz der Welt nennen?! Bedenklich, bedenklich, liebe Kollegen. Und ist eBay als Namensgeber nicht auch an eventuellen Gewinnen beteiligt? Risiko gleich Null – Marketingeffekt wieder einmal groß. Glückwunsch ans eBay-Marketing. Wirklich positiv an diesem Heft ist, dass Auktionen endlich mal ein Gesicht bekommen. Denn die Geschichten und Personen rund ums Kaufen und Verkaufen stehen im Vordergrund. Und das ist ’ne Sache, die eBay online (noch) nicht umsetzt – warum eigentlich nicht? Und wer sich noch nicht so ausführlich mit eBay auseinandergesetzt hat, erfährt hier nen paar interessante und auch lustige Fakten.

Das mit der Unabhängigkeit ist stark zu bezweifeln, sind doch die meisten Inhalte direkt von eBay gekommen, wie die Quellenhinweise sogar anzeigen. Und ebay Alternativen wie Hood, amprice und andere finden entweder nicht statt, oder werden nur mal kurz erwähnt.
Im Ebay Video Magazin Marktplatz 1 hat man klar und deutlich gesagt, was es mit diesem Heftchen auf sich hat: Die Stern (oder war es Spiegel?) Ausgabe (selber Verlag wie Ebay Magazin) mit dem Firmennamen „ebay“ auf dem Cover hat sich so gut verkauft, dass man aus dieser einen Titelstory jetzt eine neue, eigene Zeitschrift gemacht hat.
Also: Es geht nur ums Geld
(das ist zwar selbstverständlich, muss man sich aber ab und an wieder vor Augen führen).
Insofern kann man nicht erwarten, dass dieses Magazin die negativen Seiten von Ebay beleuchtet. Welcher Ebay-Liebhaber (= Zielgruppe) möchte denn Monat für Monat lesen wie sein Lieblingsmarktplatz nidergemacht wird.
Ganz davon abgesehen würde wohl Ebay sehr schnell die Erlaubnis entziehen, den Namen zu verwenden, wenn der Inhalt nicht gefällt.
Das Ebay-Magazin ist ein reines Ebay Werbeheftchen, echte Kritikpunkte (beispielsweise zu PayPal, wäre mehr als angebracht) wird man nicht behandeln.