Medien-Kasper

Wer zieht die Strippen, wer mimt den Kasper? In Web 2.0, Print, TV, Mobiles & Werbung. Wunderbare Medien-Welt…

Genial daneben an der Themse…

Toshiba präsentierte neulich in London Journalisten drei neue Notebooks der Quosimo-Reihe. Alles wäre gut gegangen, hätte man nicht darauf bestanden, einen vermeindlichen Produktvorteil zu betonen, der die Schwäche der Geräte verdecken sollte. Doch das ging genial daneben…

Die Geräte, so verkündete Toshibas Europachef Alan Thompson, der nebenbei ein begnadeter Ralley-Fahrer sein soll, können aus einfach aufgelösten Videos, zum Beispiel einer Film-DVD, hochauflösende Bilder zaubern. Das funktioniere dank der vier Kerne des verbauten Intel-Prozessors und einem leistungstarken Video-Koprozessor, der auch in Sonys Playstation 3 zum Einsatz kommt, in Echtzeit und ohne Zeitverluste. Das so berechnete Bild ist tatsächlich, wenn man direkt vor dem Notebook steht, etwas schärfer und deteilgenauer als das herkömmliche SD-Video. Doch schon bei einigen Metern Entfernung ist der Unterschied kaum noch zu erkennen. Der Prozessor mit den vier Herzen könne gleichzeitig auch Büroarbeiten verrichten, erklärte Toshiba trotzig. In der Praxis wird aber kaum ein Anwender die Konzentrationskraft aufbringen, gleichzeitig einer drögen Tabellenkalkulation und einen Film auf DVD seine Aufmerksamkeit zu schenken. Und ein hochgerechnetes Signal gibt heute fast jeder DVD-Player aus dem Baumarkt über seine HDMI-Anschluss aus. Zudem ist der überwiegende Teil von Videos im Netz ist heute technisch so schlecht, das es nicht einmal für ein scharfes Vollbild ausreicht. Doch der PR-GAU, er sollte erst noch kommen. Immer merh Kunden, so der deutsche General Manager Thomas Teckentrup, legen heute Wert auf gutes Design, einer Tatsache, die Toshiba mit der frühen Abkehr von den uniformen Klapprechner Rechnung trägt. So züngeln rote Flammen auf dem Deckel des neuen Gamer-Notebooks Qosmio X300. Teckentrup nennt das ein „bewusst polarisierendes Design“.

Doch nicht nur das Design polarisierte. Denn auf die erste Frage eines französischen Journalisten, welches Bluray-Laufwerk Toshiba denn nun in seine Mittelklasse- und High-End-Notebooks einbaue, kam die kleinlaute Antwort: „Keines, nur einen DVD-Brenner“. Zur Erinnerung: Toshiba gehörte zu den Verfechtern des HD-DVD-Formats, das im Januar an der Filmfront dem Bluray-Format unterlag, als Warner verkündete, in Zukunft nur noch Filme auf Bluray-Disc herauszubringen. Und letztes Jahr hatte der japanische Eletroriese bereits Quosimo-Notebooks mit eingebautem HD-DVD-Player vorgestellt. Der Rückgriff auf die DVD erscheint da als ein Rückschritt. „Das ist doch Nonsense“, kommentierte es ein britischer Kollege. „Das Notebook repariert auch Artefakte, also Bildfehler von der DVD“, murmelte Teckentrup noch. Doch es war zu spät. Toshiba hatte den Anschein erweckt, es verweigere aus Trotz den Einbau eines Bluray-Laufwerkes, das hochauflösendes Video ohne zusätzliche, aufwändige Bild-Berechnungen wiedergeben kann. „Blueray ist nicht nötig, um hochauflösende Bilder zu sehen“, betonte Thompson trotzig,“ es ist nur ein Speichermedium“. Er habe Mircosoft-Chef Bill Gates auf seiner letzten CES-Keynote-Rede in Las Vegas nicht ein Wort über Bluray verlieren hören. Kein Wunder, gehört doch Microsoft ebenso zum unterlegenen HD-DVD-Lager, wie Toshiba. Die Nachbeben des letzten, großen Formatkampfes, Bluray gegen HD-DVD, sie waren auch ein halbes Jahr nach dem Sieg der Blauen noch in London zu spüren. Genial daneben an der Themse. „Innovation ist eine Reise und kein Ziel“, heißt es bei Toshiba. Eine Reise, bei der man sich offensichtlich etwas verfahren hat und sich nun standhaft weigert, umzukehren. Über die negativen Reaktionen der Fachpresse sei man „nicht überrascht“ erklärte Teckentrup anschließend im Gespräch. Man habe jedoch noch mehr Themen, als der offensichtlich als „Rückschritt“ empfundene Einsatz des DVD-Format.

In der Tat bieten das rote Gamer-Notebook Qosmio X300, das beeindruckend große 18-Zoll-Gerät G 50 und das kompakt-elegante 15-Zoll-Modell F50 eine echte Innovation, die so noch kein anderer Hersteller bieten kann. Denn sie erkennen mittels einer eingebauten Kamera nicht nur den Nutzer an seinen Geschitszügen, sie reagieren auch auf seine Gesten und Handbewegungen. Das klappte bei der abschließenden Demonstration der Geräte schon prima mit der Filmsteuerung: einmal die Hand heben in Richtung Notebook bedeutet „Halte den Film an“, noch einmal die Hand heben setzt die Wiedergabe fort. Ganz ohne Fernbedienung, so einfach wie genial. Diese Gestensteuerung ließe sich auch als Steuerung von Spielen einzusetzten, wie es die erfolgreiche Nintendo Wii über zwei kabellose Controller macht. „Wir denken darüber nach“, hieß es bei Toshiba in London. Die Preise der drei neuen Notebooks wollte man noch nicht verraten, sie sollen frühestens im Juli 2008 im Handel stehen…

Sieben praktische Tipps für eine gelungene Presse-Veranstaltung

Sie planen eine Presseveranstaltung, der ein echter Knülller werden soll? Ein tolles Event, für eine stolze Stange Geld, nach dem es Schagzeilen und Berichte nur so hageln soll? Beachten Sie bitte einige wichtige Punkte, die in der Praxis leider auch namhaften Firmen immer wieder Schwierigkeiten bereiten. Zum Beispiel in dieser Woche einer Handyfirma in Hamburg…

1. Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt – Natürlich können Sie am Sonntag vormittag Ihre Neuheiten verkünden. Es wird nur niemand kommen. Auch am Nachmittag sind Journalisten oft verhindert, sie müssen nämlich arbeiten und Ihre Texte abgeben. Der richtige Zeitpunkt ist abends oder morgens. Nur eine Kleinigkeit, die aber über einen vollen Saal oder viele leere Sitze entscheiden kann.

2. Stellen Sie sich den Gästen vor – Klar, in der Firma kennt man Sie, ihr Ruf klingt wie Donnerhall durch die Kantine. Nur außerhalb kennt man sie eher nicht. Zücken Sie daher hemmungslos Ihre Visitenkarte und verkünden Sie, für was Sie in der Firma zuständig sind. Besonders, wenn Sie neu in der Firma sind und Leuten gegenüberstehen, die schon seit Jahren über Ihre Firma berichten, kommt das gut an. Keine Hemmungen, Sie werden staunen, wie leicht das geht. You CAN DO it!

3. Ein Event ersetzt keine News – Haben Sie wirklich etwas Neues zu verkünden? Oder wollen Sie nur mal ein bisschen mit der Presse quatschen und mit Ihren ausgesprochen hübschen Kolleginnen protzen? Überlegen Sie sich vorher, ob der Newswert den Aufwand rechtfertigt oder ob der Aufwand eher die Nicht-News kaschieren soll. Auch die schönste Party ist kein Nachrichtenfaktor, außer vielleicht für notleidende Yellow-Press-Kollegen.

4. Sagen Sie etwas Nettes über die Stadt, in der sie zu Gast sind – Natürlich ist Ihre Hometown die Allerschönste. Egal ob sie nun München, Altötting, Bochum oder Eisenhüttenstadt heißt. Wenn Sie trotzdem ausgerechnet in Hamburg aufschlagen müssen, denken Sie sich halt etwas aus. Bemerkungen über das ewig schlechte Wetter oder die doofen, schwankenden Schiffe erwecken bei Ihren Gästen sonst schnell den Eindruck, dass Sie ein unhöflicher Depp merkwürdiger Mensch sind.

5. Achten Sie darauf, Ihre Gäste nicht als Diebe zu verdächtigen. Klar, sind alle Journalisten auf neue Geräte scharf. Das gehört nämlich zu Ihrem Job, diese zu testen oder dem Leser vorzustellen. Verschwindet während der Veranstaltung ein Testgerät, bleiben Sie locker. Und vermeiden Sie es unbedingt, einzelne Gäste nach dessen Verbleib zu befragen. Sonst tappen Sie schon wieder in die Deppen-Falle.

6. Beenden Sie die Veranstaltung stilvoll. Die Party nach der Präsentation ist wichtig für Kennenlernen, Social Networking und so. Wenn Sie einen festen Zeitpunkt haben, an dem Sie diese beenden wollen, teilen Sie dies einfach in der Einladung mit. Nur drängen Sie nicht plötzlich und ohne Vorwarnung zum Aufbruch, weil Sie einen Flieger bekommen müssen oder ihr Schiff nicht ohne Sie in See sticht. Das wirkt leicht unhöflich.

7. Last, but not least: Sagen Sie Journalisten NIE, was Sie schreiben sollen. Sorry, aber das ist nicht Ihr Job. Die meisten Journalisten reagieren darauf hoch allergisch. Liefern Sie alle Fakten, Bilder, Grafiken etc., aber sagen Sie einem schreibenden Kollegen auf gar keinen Fall, was er zu tun und zu lassen hat. Er schreibt nämlich nicht für Sie und die Marketing-Abteilung Ihres Unternehmens, sondern für seine Leser. Mache werden von ihnen Auftraggebern sogar dafür bezahlt. Und die finden vielleicht Ihre News, dass Sie die Nummer eins sind und ihr Laden der Beste weltweit, nicht ganz so spannend wie sie…

Wenn Sie diese Tipps beachten, kann kaum noch etwas schiefgehen. Und Sie werden sich wundern, wie schnell sich die Journalisten dankbar um Sie scharen werden.

Nächste Woche: Wie man als Journalist seinen Mitmenschen so wenig wie möglich auf den Geist geht.

„Vodafone gibt es auch in England“

ok, das ist jetzt nicht so die News. Kann man wissen. Das Vodafone ein BRITISCHER KONZERN ist. Der durch die Übernahme von Mannesmann in Deutschland mit anschließenden Prozessen gegen Esser, Ackermann und Co. monatelang in allen Medien war. Trotzdem informiert uns die Vodafone Pressestelle, die beste Pressestelle der Welt, über diese, ähem nicht ganz neue News. Knallhart nachgefragt: Gibt es die Queen eigentlich auch in England?

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