Medien-Kasper

Wer zieht die Strippen, wer mimt den Kasper? In Web 2.0, Print, TV, Mobiles & Werbung. Wunderbare Medien-Welt…

„Vodafone gibt es auch in England“

ok, das ist jetzt nicht so die News. Kann man wissen. Das Vodafone ein BRITISCHER KONZERN ist. Der durch die Übernahme von Mannesmann in Deutschland mit anschließenden Prozessen gegen Esser, Ackermann und Co. monatelang in allen Medien war. Trotzdem informiert uns die Vodafone Pressestelle, die beste Pressestelle der Welt, über diese, ähem nicht ganz neue News. Knallhart nachgefragt: Gibt es die Queen eigentlich auch in England?

Offener Brief an Ivan Basso & Verleihung des Medien-Kaspers

Bravo, Ivan!

Endlich hast du dein regelmäßiges Blutdoping gestanden! Doch was mussten deine die Radsportfans bis dahin nicht alles ertragen: Am Tag vor der letztjährigen Tour de France bist du aus dem Team gestrichen worden, hast dich von CSC getrennt – oder war es andersherum? – und wurdest vom Nationalen Italienischen Olympischen Komitee (Coni) aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das hast du gut hinbekommen. Und jetzt gestehst du Coni gegenüber dein Doping? War der Druck wohl doch zu groß, oder? Erhoffst dir wohl eine Belohnung für dein Geständnis? Eine Minderung des Strafmaßes von zwei Jahren Sperre auf nur ein Jahr wurde dir anscheinend in Aussicht gestellt. Auch wenn dich dein neues Team Discovery ebenfalls gefeuert hat, wirst du wohl – leider – wieder sehr schnell einen neuen Arbeitgeber finden.

Nicht nur du solltest dich für den Betrug an dir selbt und den Sportfans schämen, sondern auch Coni. Dieses Verhalten ist verlogen und inkonsequent – wer glaubt denn schon, dass nach der Sperre plötzlich ein durch und durch ehrlicher Sportler auf dem Sattel sitzt?

Der Medien-Kasper der Woche geht an Ivan Basso, dem Mann, der plötzlich „singt“ um selber nicht zu hart bestraft zu werden.

Ein enttäuschter Radsportfan

P.S.: Siehe auch vorherigen Beitrag zum Thema Doping

Verkünder der frohen Botschaft: Der Technical Evangelist

Wie vermessen manche Unternehmen bei der Wahl der Berufsbezeichnung ihrer Mitarbeiter sind, zeigt aktuell das Beispiel Amazon: Im firmeneigenen Affiliate-Blog wird Mitarbeiter Jeff Barr als Technical Evangelist angekündigt. Er soll zum Thema „Web Services“ referieren – und die eigenen Produkte „über den Klee loben“ bzw. die Sinnhaftigkeit vorstellen.

Denn was sollte jemand sonst tun, der sich als „Evangelist“ – wenn auch technischer Natur – bezeichnet, als eine frohe Botschaft verkünden? Bei Wikipedia steht denn auch: „A technical or technology evangelist is a person whose job or role is to promote technologies, usually new technologies.“

Besondere Gläubigkeit sagt man mir nicht unbedingt nach, dennoch sollte man den Kirchenleuten die Verkündung froher Botschaften überlassen, und Lobbyarbeit von Unternehmen einfach weiterhin als solche bezeichnen. Lobbyarbeit!

Private Krankenversicherung lohnt sich nur für Schwule?

Das Thema Krankenversicherung stiftet bei den meisten Versicherten ziemliche Verwirrung. Doch nicht nur dort. Auch ein Mitarbeiter eines Callcenters einer gesetzlichen Krankenversicherung scheint zumindest nicht ganz auf der Höhe gewesen zu sein als er sich zu folgender Aussage hat hinreissen lassen:

„Sie wissen, dass die private Krankenversicherung nur für einen Personenkreis sinnvoll ist?“

„Ähm, nein. Erzählen Sie mal!“

„Na ja, nur Schwule sollten in die PKV wechseln. Denn die heiraten ja schließlich selten und müssen niemanden mitversichern und sie kriegen ja auch keine Kinder!“

Dass ist natürlich politisch höchst unkorrekt und sollte so nicht mal beim extrem harten Krankenkassen-Wettbewerb formuliert werden. Interessante Variante, einen Kunden am Kassenwechsel zu hindern, oder?

Ende der Tour de Doping nicht in Sicht

Spätestens nach dem Fuentes-Doping-Skandal kurz vor der Tour de France im vergangenen Jahr dachten die Radsport-Fans in aller Welt, dass es nicht schlimmer kommen könne und der große Doping-Sumpf endlich trockengelegt werden würde. Leider waren Radsportverbände, Teams, Fahrer und Veranstalter wieder einmal konsequent inkonsequent – es scheint sich nichts zu ändern, der Wille endlich mal richtig durchzugreifen fehlt bei allen Beteiligten. Schade.

Und jetzt verlieren wir Radsportfans auch noch die Helden unserer Jugend (na ja, ist zumindest für Menschen um die 30 richtig). Mit dem „Enthüllungsbuch“ des ehemaligen Team Telekom-Masseurs Jef D‘hont werden Bjarne Riis und Jan Ullrich, ja fast das gesamte Team Telekom, des dauerhaften, gut strukturierten Dopings beschuldigt. Wenigstens Erik Zabel scheint eine einigermaßen weiße Weste zu haben (Danke, Erik). D‘hont hat dem Treiben wohl Jahre lang nicht nur zugesehen, sondern das Zeug auch besorgt und den Fahrern verabreicht. Doch wie glaubwürdig ist jemand, der selbst wegen Dopings verurteilt wurde? Ich fürchte, dass da endlich jemand die Wahrheit öffentlich machen und sich sein schlechtes Gewissen von der Seele reden wollte. Fürchte? – Ja, wegen des Verlusts der Sportidole, dem Spaß an einer tollen, spannenden Sportart, etc. In den kommenden Monate und Jahren werden sich einige Gerichte mit diesem Thema beschäftigen und den Sachverhalt hoffentlich klären und für Verurteilungen und Freisprüche sorgen.

Vielleicht sind die Beteiligten endlich einmal Konsequent genug für grundlegende Änderungen: verschäfte Kontrollen, harte Strafen, gar den Verzicht unerlaubter Mittel? Die Realität wird uns wohl leider wieder enttäuschen, die Doping-Touren gehen munter weiter…

Weitere Informationen zum Buch von Jef D‘hont finden Sie bei den Kollegen des Spiegel unter http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,480042,00.html

So schön ist das Web zwo-null

„Sag mal, stimmen die Fakten in Deinem Artikel?“

„Klar, ich habe Sie gerade bei Wikipedia geändert.“

(Dialog zweier Redakteure)